Medienkompetenz-Seminare für Eltern und Großeltern

Netzfund auf X
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Medienkompetenz 2.0

Mediensucht-Prävention und die Kunst, abschalten zu können

Mediennutzung-Zeiten zu begrenzen sind ein wertvoller erster Schritt - auf einem langen, anstrengenden Weg. Ebenso halte ich ein SoME-Account-Verbot für alle unter 16 Jahren für sinnvoll, weil dies die Eltern in die Pflicht nimmt, ihre Aufsichtspflicht auch im virtuellen Kinderzimmer nicht zu vernachlässigen. Aber das reicht noch nicht.

 

Kommst du selbst privat im wahren Leben ganz gut zurecht, auch ohne Social Media und Computerspiele? Kannst du Langeweile in etwas Sinnvolles umwandeln? Kannst du noch deine Gedanken sortieren ohne To-Do-Listen? Kannst du abschalten ohne Meditations- oder Yoga-Kurse? Weißt du, wie man sich in einer Gruppe richtig verhält? Fühlen sich andere in deiner Gegenwart wohl? Liegt dir etwas an der real existierenden Gesellschaft? Oder bist du bereits vollständig in der Matrix glücklich?

 

Und deine Kinder? Sind die gesund und munter in der virtuellen Welt?

 

Viele Großeltern, Eltern und Lehrkräfte machen sich Sorgen um die mentale Gesundheit ihrer Schützlinge und wünschen sich eine altersgerechte Anleitung, wie man Mediensucht im Alltag entgegenwirken kann.

 

Modulare Seminare und Workshops passend für Eltern, Lehrer:innen, Schüler:innen, bzw. Jugendliche und Kinder können eine Orientierung bieten, welche Lösungswege es gibt.

 

Hier einige Thesen und Denkanstöße, die ich in meinen Medienkompetenz-Trainings mit den Teilnehmenden diskutiere: 

 

Kleine Kinder lieben es zu lernen. Bis ins Alter von 12 sind ihre Gehirne ungebremst auf Wissens-, Kenntnis- und Fertigkeitserwerb ausgerichtet. Wertvolle Jahre. Bei ihnen geht es nicht darum, ihnen die Funktionsweisen digitaler Medien beizubringen, darum brauchen wir uns nicht zu kümmern. 

 

Bis zum 18. Lebensjahr ist das Frontalhirn noch nicht ausgebildet. Das bedeutet, dass sie Unwichtiges noch nicht gut von Wichtigem unterscheiden können, kaum Frustrationstoleranz entwickelt haben und auch viele andere Fähigkeiten, die man zum gesunden Umgang mit dem Handy braucht, sind noch nicht fertig. Deshalb kann unkontrollierter Medienkonsum bei ihnen wahrhaft nie wieder gut zu machende Schäden anrichten. 

 

Sehr viele Teenager kommen in der realen Welt nicht mehr gut zurecht, leiden besonders unter Ängsten, sind orientierungslos und wirken spielsüchtig, jaufsüchtig oder haben mit Esstörungen zu kämpfen. Ein erschreckend hoher Prozentsatz berichtet auch von Gewalt durch Cybermobbing, Gewalt gegen sich selbst, "um etwas zu spüren", Depressionen und Einsamkeitsgefühlen - und das Ganze hat sich durch die soziale Isolation während der Pandemie verstärkt.  Für extrem viele Kinder ist das Leben in der virtuellen Welt der Normalzustand. Sie wachsen beispielsweise auf mit Dickpicks und denken, es wäre normal, mit eigenen Nacktfotos zu antworten. Das kriminelle Angebot in den Sozialen Medien ist nicht zu unterschätzen: Kinderpronographie, Tierquälerei, Kriegsverbrechen, Anbahnungsversuche von (erschreckend vielen) Pädophilen im Netz sind STANDARD.

 

Trotzdem bleiben sie lieber in der virtuellen Welt, dort ist ihre Normalität. Sie verstehen die REALE Welt nicht mehr. Auch, weil sie ihre Vorbilder ihnen keine gute Orientierung bieten. 

 

WENN SIE ERST LEIDEN, dann ist es bereits ziemlich spät für einen Ausweg. Es ist daher existentiell, bereits viel früher auf die Wertebildung der Kinder einzuwirken und ihnen Orientierung, Sicherheit, Stabilität zu vermitteln, damit sie gestärkt sind für die raue, manipulative, suggestive und trügerische Social Media Welt.

 

Politischer Hintergrund: Wer profitiert von ungebildeten Jugendlichen, die andere Werte haben als die Vorgängergenerationen und auf TikTok schnell und langanhaltend gegen Frauen, Intellektuelle, Wissenschaftler:innen und verschiedene Minderheiten aufgehetzt werden? Wer profitiert von der Spaltung der Gesellschaft? Deutschland? Nein: Die Feinde der Demokratie und der pluralistischen, freien Gesellschaft. Vielleicht ist der hybride Krieg bereits so gut wie verloren, aber dann sollten wir unsere Kinder und Enkel:innen erst Recht nicht aufgeben. Auch, wenn diese selbst sich gar nichts aus ihren Bürgerrechten und -pflichten machen, sondern nur spielen wollen. Gerade dann.

 

Betrachten wir die immateriellen Schäden: Orientierungslosigkeits- und Einsamkeitsgefühle werden im Netz aufgesogen, ausgenutzt und manipuliert.

 

Und: Wir Deutschen werden offenbar immer dümmer. Das sieht man nicht nur an den PISA-Ergebnissen. Viele Jugendliche wollen Gangster-Rapper werden oder Influencer:in und verstehen nicht, warum sie etwas lernen sollten, das sie später nicht mehr im Leben brauchen - und währenddessen verlernen sie zu lernen. Sie verlernen auch, sich durchzubeißen, abgesehen davon, dass der Arbeitsmarkt den jungen Erwachsenen Recht gibt, die sagen, wieso soll ich mich denn überhaupt irgendwo durchbeißen müssen? (Dazu später mehr im Blog und über die Kampagne Generation Z sei arbeitsscheu).

 

In Schule, Berufsschule und Hochschule halten sich einige Schüler:innen und Studierende für besonders schlau, indem sie Künstliche Intelligenzen ihre Hausaufgaben, Referate, Bachelor- und Masterarbeiten schreiben lassen - und sich dann deren Ergebnisse vor dem Abgeben noch nicht einmal durchlesen. Sie geben Texte ab, die Chat-GPT oder ein anderes LLM für sie zusammenfabuliert haben. Damit kommen sie sehr lange durch, bis sie nicht mehr damit durchkommen, genau in dem Moment wo das Wissen mündlich abgefragt wird. 

 

Unhöflichkeit resultiert immer aus Unsicherheit

 

Sehr vielen fehlt Selbstvertrauen. Eine Weile lang versuchen sie ihre Unsicherheit zu kaschieren, indem sie besonders extrem auftreten. Unhöflich, schrill, radikal. Niemand will mehr etwas mit ihnen zu tun haben, außer ihresgleichen. 

 

In der Pubertät ist das eigentlich ganz normal, aber das trifft auch auf Erwachsene zu: Mediensucht ist auch unter ihnen weit verbreitet und Unhöflichkeit. Ungebildete Menschen fühlen sich öfter unsicher, kaschieren dies mit Dominanzgehabe und Aggression und sind bei ihrer Suche nach echter Sicherheit daher leichte Beute für Demagogen und Populisten, die ihnen Sicherheit und Wohlstand versprechen und das Gefühl einer großen Ungerechtigkeit auf der Spur, die andere vertuschen. Während sich beispielsweise Impfgegner abarbeiten an einer Weltverschwörung, schauen sie bei den wichtigen Themen nicht genau hin. Das freut die wahren Verschwörer. Die einzigen, die dabei reich und mächtig werden, sind Betrüger, Demagogen und Populisten. Politische Beeinflussung funktioniert genau wie Pyramiden- und Schneeballsysteme.

 

Dagegen könnten aber sehr viel mehr Erwachsene und Senioren durchaus von den zahlreichen tollen digitalen Diensten und Anwendungen profitieren, wenn sie wüssten, wie man sie SINNVOLL nutzen kann. 

 

Meine Mutter war beispielsweise viele Jahre sehr glücklich, nachdem sie gelernt hatte, wie man alte Sachen auf Ebay verkaufen kann. Es wurde ihr Hobby, alles schön zu fotografieren und mit den Interessenten zu chatten. Es gibt tausenderlei Möglichkeiten, digitale Angebote sinnvoll zu nutzen, auch die Sozialen Medien. 

 

Die Entwicklung der digitalen Medien und ihrer Nutzungsmöglichkeiten, galoppiert rasant voran, ohne, dass die Forschung hinterherkommt. Einige gesicherte Erkenntnisse gibt es allerdings und eine davon heißt "Mensch, ärgere dich nicht."

 

 

Was es damit auf sich hat und vieles mehr vermittele ich in Workshops, Seminaren und Vorträgen. Hier ein Beispiel für Medienkompetenztrainings der besonderen Art im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.

 

Mehr dazu sowie Termine und Preise auf Anfrage:

[email protected]