TRUMP, DAVOS UND DAS DEUTSCHE GOLD

IM POKER UM GRÖNLAND ZÄHLT EINE DEUTSCHE TUGEND: WIR SIND IMMER NOCH STEINREICH

Nachdem sehr deutlich geworden ist, dass sich die Weltpolitik im Naturzustand befindet, in dem das Recht des Stärkeren zählt, ist den Europäern vor den anstehenden Verhandlungen um Grönland in Davos (ein neues Jalta 2.0) ein unerwartetes Ass in die Hände gefallen in Form von Gold. 

Deutschland überlegt jetzt laut, alle Goldreserven aus den USA abzuziehen. Dies nenne ich einen gelungen Spielzug, denn nichts liebt der Wannabe-Sonnenkönig mehr als Gold.

 

Nun muss er sich also überlegen, ob ihm Bodenschätze in Grönland wichtiger sind oder die weltmarktstabilisierende Einlage der Deutschen bei der Federal Reserve Bank in New York in Form von 1.200 Tonnen Gold, was einem Wert von rund 160 Milliarden Euro entspricht, die zwar nicht ihm gehören, aber nach seinem Verständnis "hat" er sie und natürlich will er sie behalten und seiner Logik nach müsste er bereit sein, sie zu verteidigen. Das ist tatsächlich eine stattliche Verhandlungsmasse, denn der Wert der grönländischen Rohstoffe wird auf 170 Milliarden Euro geschätzt. Also Patt - auch wenn man die zukünftigen Effekte und Opportunitätskosten berücksichtigt, denn der Akt würde an den Börsen der Welt extreme Wellen schlagen und den USA und ihrem Dollar massiv schaden. US-Staatsanleihen wären noch weniger wert, sie sind sowieso im Sinkflug wegen Trumps Unzuverlässigkeit. Ob die prognostizierten Rohstoffwerte Grönlands das alles ausgleichen, ist fraglich.

 

Erst Recht, wenn sich andere anschließen: Leider hat Dänemark nur 332,5 Kilogramm in den USA liegen, aber etwa ein Drittel der gesamten italienischen Goldbestände, befinden sich ebenfalls in New York befinden, schätzungsweise 1.060 Tonnen - und die Niederlande lagern 31 Prozent ihrer Gesamtbestände dort, also immerhin noch rund 190 Tonnen. 

 

Gleichzeitig wäre das Abziehen des Goldes die Konsequenz aus dem schmerzvollen Vertrauensverlust, den die Europäer empfinden. Der Symbolakt täte ihnen psychologisch aktuell ziemlich gut und würde auch ihre Einigkeit stärken. 

 

Allein die Androhung ließe die Staatschefs in Davos stärker wirken, sie würden ernster genommen - auch von den eigenen Bevölkerungen, was ihnen wiederum Rückhalt verliehe - eine schöne Dynamik, ohne selbst in den  Naturzustand zur verfallen, bzw. dem Gesetz des Dschungels zu gehorchen.

 

Das laute Nachdenken über diese Option ist ein Zug ganz nach Merkel-Manier: machtvoll genug, sodass auch der Dümmste das versteht und gleichzeitig so elegant und diskret, dass keiner sein Gesicht verliert.